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Paket beim Zoll: Warum es festhängt und wie Sie es freibekommen

Bestellungen aus Ländern außerhalb der EU müssen in Deutschland verzollt werden. Meist geht das schnell und der Paketdienst kümmert sich darum. Manchmal bleibt die Sendung aber hängen. Hier erfahren Sie, warum, was es kostet und was Sie tun können.

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Aktualisiert am Zoll & Ausland
Frau nimmt ein Paket von einem Zusteller in blauem Hemd entgegen

Wann ein Paket durch den Zoll muss

Der Zoll ist nur für Sendungen zuständig, die von außerhalb der EU kommen. Dazu gehören zum Beispiel China, die USA, Großbritannien, die Schweiz, Norwegen und die Türkei. Pakete aus anderen EU-Ländern wie Frankreich, Polen oder den Niederlanden müssen nicht verzollt werden.

Ob eine Sendung aus dem Ausland kommt, sehen Sie in der Sendungsverfolgung oder am Format der Nummer: Internationale Postsendungen enden mit dem Länderkürzel des Herkunftslandes, etwa „CN“ für China oder „GB“ für Großbritannien. Unser Sendungsnummer-Check zeigt Ihnen das Herkunftsland an.

Welche Abgaben anfallen

Für Sendungen aus Drittländern können diese Kosten auf Sie zukommen:

AbgabeWofürHöhe
Einfuhrumsatzsteuerfällt auf praktisch jede Warensendung an, unabhängig vom Wertin der Regel 19 %, für bestimmte Waren wie Bücher 7 %
Zollhängt von Warenart und Herkunft abbei Waren über 150 Euro nach Zolltarif
Pauschale Zollgebührgilt seit dem 1. Juli 2026 für Sendungen unter 150 Euro aus Drittländern3 Euro, bei mehreren Warenarten in einer Sendung auch mehrfach
Entgelt des PaketdienstesGebühr für die Zollanmeldung und das Vorlegen der Abgabenje nach Paketdienst unterschiedlich

Die Zollfreigrenze von 150 Euro, die lange für günstige Bestellungen galt, gibt es für Sendungen an Verbraucher damit faktisch nicht mehr. Die EU hat die 3-Euro-Gebühr vorübergehend eingeführt, bis ein neues EU-Zolldatensystem in Betrieb geht (siehe Mitteilung der Europäischen Kommission). Die Einfuhrumsatzsteuer berechnet sich auf Warenwert, Versandkosten und gegebenenfalls Zoll.

Gut zu wissen: Viele große Onlineshops und Marktplätze berechnen die Einfuhrumsatzsteuer schon beim Kauf über das EU-Verfahren IOSS. Dann ist sie bei der Einfuhr bereits bezahlt und die Sendung kommt meist ohne Verzögerung durch.

So läuft die Verzollung ab

In den meisten Fällen übernimmt der Paketdienst die Zollanmeldung für Sie. Er legt die Abgaben beim Zoll vor und holt sich das Geld anschließend von Ihnen zurück:

  1. Die Sendung kommt in Deutschland an und wird beim Zoll angemeldet. In der Sendungsverfolgung steht dann zum Beispiel „Verzollung“ oder „Zollabfertigung“.
  2. Der Paketdienst berechnet die Abgaben und informiert Sie, etwa per E-Mail, SMS, App oder Benachrichtigung.
  3. Sie bezahlen, je nach Paketdienst online vorab oder bei der Zustellung.
  4. Das Paket wird zugestellt.

Bleibt eine Sendung länger als einige Tage in der Verzollung, fehlen meist Unterlagen oder der Zoll hat Fragen.

Wenn die Sendung beim Zoll festhängt

Die häufigsten Gründe für eine Verzögerung:

  • Die Rechnung oder Zollinhaltserklärung fehlt oder ist unvollständig.
  • Der angegebene Warenwert wirkt unrealistisch niedrig.
  • Die Warenbeschreibung ist zu ungenau, etwa nur „Gift“ oder „Parts“.
  • Die Ware unterliegt Beschränkungen, zum Beispiel Arzneimittel, Lebensmittel, Pflanzen oder bestimmte Elektronik.
  • Es besteht der Verdacht auf Markenfälschungen.

Dann erhalten Sie in der Regel eine Nachricht vom Paketdienst oder einen Brief vom Zollamt. Sie werden gebeten, Unterlagen nachzureichen, zum Beispiel die Rechnung und einen Zahlungsnachweis, oder die Sendung persönlich beim zuständigen Zollamt abzuholen. Bringen Sie dafür Ihren Ausweis, die Benachrichtigung, die Rechnung und den Zahlungsnachweis mit. Beachten Sie die Frist: Holen Sie die Sendung nicht ab, geht sie zurück oder wird vernichtet.

Vorsicht vor gefälschten Zoll-Nachrichten

Betrüger nutzen die Unsicherheit rund um Zollgebühren aus. Typisch sind SMS oder E-Mails, die eine kleine Gebühr von ein bis drei Euro verlangen und auf eine Bezahlseite verlinken. So schützen Sie sich:

  • Klicken Sie nicht auf Links in unerwarteten Nachrichten.
  • Öffnen Sie selbst die Website oder App des Paketdienstes und geben Sie dort Ihre Sendungsnummer ein.
  • Zahlen Sie nur, wenn dort eine offene Forderung angezeigt wird.
  • Geben Sie niemals Kreditkartendaten auf einer Seite ein, die Sie über einen Link aus einer SMS erreicht haben.

Was die einzelnen Paketdienste machen

Wie Sie benachrichtigt werden und wie Sie bezahlen, unterscheidet sich je nach Dienst. Bei Postsendungen und vielen Paketen aus dem Ausland übernimmt DHL die Verzollung. Bei UPS zahlen Sie die Abgaben meist vorab online oder bei der Zustellung; Details stehen im Ratgeber UPS Zollgebühren. Bei Hermes, DPD und GLS kommt es darauf an, wer die Sendung aus dem Ausland nach Deutschland gebracht hat.

Offizielle Informationen zur Einfuhr von Waren aus Drittländern bietet der deutsche Zoll.

Häufige Fragen zum Zoll

Muss ich für ein Paket aus der Schweiz Zoll zahlen?

Ja, die Schweiz gehört nicht zur EU. Es fällt mindestens die Einfuhrumsatzsteuer an, bei Sendungen unter 150 Euro seit Juli 2026 zusätzlich die pauschale Zollgebühr von 3 Euro.

Fällt bei Geschenken auch Zoll an?

Geschenke von Privatperson zu Privatperson aus Drittländern sind bis zu einem Wert von 45 Euro abgabenfrei. Das gilt nicht für Bestellungen bei Shops, auch wenn das Paket als „Gift“ deklariert ist.

Wie lange dauert die Verzollung?

Bei vollständigen Unterlagen oft nur Stunden bis wenige Tage. Fehlen Rechnung oder Angaben, kann es deutlich länger dauern, bis Sie die Unterlagen nachgereicht haben.

Was passiert, wenn ich die Abgaben nicht zahle?

Dann wird die Sendung nicht zugestellt und geht nach Ablauf der Frist an den Absender zurück. Ob der Shop Ihnen den Kaufpreis erstattet, hängt von seinen Bedingungen und Ihrem Widerrufsrecht ab.

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